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Japanische Schöpfungsmythologie


Bild: Izanagi und Izanami Izanagi und Izanami sind in der japanischen Shinto Mythologie das achte Paar von Göttern, welches entstand, nachdem Himmel und Erde geschaffen worden waren. Ihre vollständigen Namen sind Izanagi no Mikoto (das erhabene Männliche) und Izanami no Mikoto (das erhabene Weibliche).

Beide erhielten von den Göttern den Auftrag, die japanischen Inseln zu schaffen. Also stellten sie sich Seite an Seite auf die "Schwimmende Brücke des Himmels" und begannen, das Meer mit einer juwelengeschmückten Lanze aufzurühren. Als sie den Speer aus dem Wasser zogen, fiel ein Tropfen von seiner Spitze und wurde zur ersten Insel. Dann stiegen die Götter auf diese Insel hinab, schufen dort einen prächtigen Palast und eine Himmelssäule.

Eines Tages untersuchten die Götter ihre Körper und bemerkten, dass sie verschieden waren. Izanami sagte, dass ihr an einer Stelle etwas fehle, wohingegen Izanagi bemerkte, dass er an einer Stelle etwas zuviel habe. Daher schlug Izanami vor, sie sollten diese Teile doch zusammenbringen. Sie liefen also um die Himmelssäule, bis sie aufeinander trafen und ihre Körper vereinten. Izanami gebar darauf ein Kind, doch dieses hatte keine Form, sodass man es Hiruko, das "Blutegelkind", nannte und auf dem Meer aussetzte. Die beiden entdeckten, dass das Kind nicht vollkommen war, weil Izanami während des Hochzeitsrituals zuerst gesprochen hatte, was ihr nicht zustand. Also umkreiste das Paar den Pfeiler noch einmal, und dieses Mal sprach Izanagi als erster. Daraufhin gebar Izanami die japanischen Inseln und mit ihnen die Götter und Göttinnen der Wasserfälle, Berge, Bäume, Pflanzen und Winde. Doch während Izanami Kagutsuchi, den Gott des Feuers, zur Welt brachte, wurde sie so stark verbrannt, dass sie starb. Während ihres Todes gebar ihr Körper immer weiter Gottheiten. Schließlich machte sie sich auf in das Land Yomi, dem Reich der Toten. Izanagi war verzweifelt, doch auch aus seinen Tränen entstanden weitere Götter. Und sogar als er des Feuergottes Haupt abschlug, entsprang dessen Blut neue Gottheiten.

Izanagi folgte seiner Frau ins Reich der Toten, doch als er dort ankam, hatte sie schon Speise zu sich genommen. Daher lehnten die Götter der Unterwelt Izanagis Bitte, ihm seine Frau zurückzugeben, ab. Da stürmte Izanagi in die Halle der Toten, wo Izanami lag, riss einen Zahn aus seinem Kamm und benutzte ihn als Fackel. Im Licht sah er die grausig entstellte Göttin: Ihr Leichnam war voller Würmer und acht Donnergötter hatten sich in ihr eingenistet. Vom Anblick seiner Frau zutiefst entsetzt floh Izanagi. Doch Izanami, die über sein Verhalten erbost war, sendete ihm die Hexen der Unterwelt sowie zahlreiche Donner- und Kriegsgötter hinterher, sodass er nur mit seinen Zaubertricks entkommen konnte. Als er die Grenze zum Land der Lebenden erreichte, fand er drei Pfirsiche. Er hob sie auf und schleuderte sie nacheinander gegen die Hexen, die zurückwichen. Da tat er den Schwur, dass Pfirsiche den Sterblichen immer helfen würden, so, wie sie ihm geholfen hatten.

Doch Izanami, die mittlerweile selbst zum Dämon geworden war, war nicht abzuschütteln. Daher rollte Izanagi einen Felsen vor den Eingang zur Unterwelt, um sich zu retten. Durch diese Felswand getrennt beschimpfte sich das Paar. Izanami sagte, dass sie von nun an täglich 1000 Menschen töten würde. Und Izanagi antwortete, dass dann eben jeder Tag 1500 Geburten bringen werde.

Danach reinigte der Gott sich im Wasser eines Flusses. Als er seine Kleider ablegte, wurde mit jedem Stück eine neue Gottheit geschaffen. Schließlich wusch Izanagi sein Gesicht und es entstanden die Sonnengöttin Amaterasu, der Mondgott Tsukiyomi und der Sturmgott Susano-wo. Unter diesen drei Kindern teilte Izanagi sein Reich auf.

Izanagi bestimmte Amaterasu dazu, über die Hochebenen des Himmels zu herrschen und gab ihr eine heilige Perlenkette. Tsukiyomi wurde zum Herrn der Nacht, und Susano-wo gab er die Herrschaft über die Meere. Doch der Sturmgott war unzufrieden und drohte damit, sich die Hilfe seiner Mutter Izanami zu sichern, die im Land der Toten lebte. Daraufhin verbannte Izanagi seinen Sohn. Bevor er den Himmel verließ, besuchte Susano-wo seine Schwester Amaterasu. Er forderte sie zu einem Wettkampf heraus, der beweisen sollte, welcher von ihnen mehr Macht besaß. Der Preis sollte an den gehen, der männliche Götter erschaffen konnte.

Susano-wo nahm Fruchtbarkeitsperlen aus Amaterasus Haarschmuck, zerbiss sie und blies den Staub aus, der sich augenblicklich in fünf männliche Gottheiten verwandelte. Also beanspruchte er den Sieg für sich, doch Amaterasu widersprach: Da er ihre Perlen benutzt habe, sei sie die wahre Gewinnerin des Wettstreits. Aber Susano-wo beachtete seine Schwester gar nicht. Er begann seinen vorgeblichen Sieg zu feiern, indem er die Erde verwüstete. Darüber war Amaterasu so erbost, dass sie sich in eine Höhle zurückzog und so die Welt des Sonnenlichts beraubte. Obwohl es ihnen schließlich gelang Amaterasu wieder herauszulocken, entschieden die Götter, dass Susano-wo bestraft werden musste. Sie schnitten ihm Haare und Nägel und verbannten ihn aus dem Himmel.

Als Susano-wo auf der Erde ankam, machte er sich auf, um menschliche Wesen zu suchen. Er fand bald ein älteres Ehepaar mit einer hübschen, jungen Tochter. Die beiden erklärten dem Sturmgott weinend, dass ein achtköpfiges, achtschwänziges Ungeheuer namens Yamato-no-Orochi bereits sieben ihrer acht Töchter verschlungen hatte und dass er nun auch ihre Jüngste wollte. Susano-wo versprach, das Ungeheuer zu töten, wenn man ihm die Tochter zur Frau geben würde. Das Paar stimmte zu, und Susano-wo verwandelte die Tochter in einen Kamm, den er in seinem Haar befestigte. Dann befahl der Gott den beiden Alten, acht große Fässer Reiswein auf acht Plattformen zu stellen, diese dann mit einem Zaun zu umgeben, in den sie acht Öffnungen schneiden sollten. Als das Ungeheuer sich näherte, steckte es die Köpfe durch die Öffnungen und trank gierig den Reiswein. Kurz darauf fiel es in tiefen Schlaf, und Susano-wo hieb seinen Körper in Stücke, wobei er das berühmte Schwert Kusanagi, welches "das Gras zähmt" in seinem Schwanz fand. Dieses sandte er als Geschenk für seine Schwester Amaterasu gen Himmel.
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