
Ein Schiff tuckert friedlich über den weiten Ozean. An der Rehling steht ein
Vater mit seinem Sohn und beobachtet die dunkle See und einige fliegende Fische,
die über die Wellen springen. Plötzlich erhebt sich etwas aus dem Wasser, ein
Wal setzt zum Sprung an...
Doch just in diesem Moment werden wir hinfort gerissen. Heraus aus der realen
Welt, in eine märchenhafte Andere. Das Meer erstarrt zu grünem Glas und ein
alter Mann schlendert mit seiner Katze über die grüne Landschaft. Er sammelt
grad einige der fliegenden Fische ein, als auch er den Wahl bemerkt. Doch die
Zeit tickt anders in dieser seltsamen Welt. So langsam wie die Sonne aufgeht,
erhebt sich der Wal aus dem Wasser und währenddessen treffen immer mehr Leute
ein um diesem Schauspiel beizuwohnen. Unter ihnen auch ein, mit dem alten Mann
befreundeter, Maler der das ganze zeichnet. Doch egal wie langsam die Zeit auch
vergeht, der Sprung des Wales dauert nicht ewig und als er wieder in die Fluten
abgetaucht ist kehren auch wir in die normale Welt zurück.
„Der Sprung des Wals“ ist ein kurzer Tagtraum, surreal und märchenhaft. Nichts
zum unnötig hinterfragen, eher was zum verzaubern lassen. Eine Möglichkeit kurz
abzutauchen in die filmgewordenen Fantasien eines Shigeru Tamura.
Der vor allem als Bilderbuchautor und Illustrator bekannte Tamura Shigeru
bezaubert auch in seinen Animationsfilmen durch Poetik und Präzision. Wir treten
in eine Welt jenseits der Realität ein, in der die Zeit ruhig wie im Traum
dahinfließt. Tamura, der von dem japanischen Märchenautor Miyazawa Kenji
beeinflusst wurde, lädt zu einer Reise in einen wundersamen Mikrokosmos ein, der
Zeit und Raum überschreitet.
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